In diesem Blogbeitrag teile ich die ersten beiden von vier Prinzipien, die mir neben anderen geholfen haben, im Jahr 2026 einen Job zu finden – in Zeiten von KI und besonders starkem Wettbewerb.
Warum teile ich Prinzipien? Weil sie sich auf unterschiedliche Arten von Vorstellungsgesprächen übertragen und in verschiedenen Branchen und für unterschiedliche Rollen anwenden lassen.
Prinzip 1: Ein echtes Gespräch statt eines rein formellen Austauschs
Wenn sich ein Vorstellungsgespräch eher wie ein echtes Gespräch als wie ein rein formeller Austausch anfühlt, entsteht eine stärkere persönliche Verbindung. Meiner Meinung nach fällt es dann auch leichter, sich das Gegenüber als zukünftigen Kollegen oder zukünftige Kollegin vorzustellen.
Persönliches Beispiel
Meine besten Vorstellungsgespräche dauerten zwischen 30 Minuten und einer Stunde länger als geplant, weil der Austausch für beide Seiten wirklich bereichernd war. Plane deshalb möglichst einen Zeitpuffer ein, falls das Gespräch ganz von selbst länger dauert.
Reflexion nach über einem Monat im neuen Unternehmen
- Auch nach meinem Einstieg ist dieses Gefühl im Austausch mit meinem Vorgesetzten, der mich eingestellt hat, geblieben. Unsere Gespräche dauern ganz von selbst oft länger und machen uns beiden Freude. Ich habe den Eindruck, dass wir auf unterschiedliche Weise dazu beitragen und die Qualität unserer Gespräche dadurch ganz natürlich weiter wächst.
- Ein wesentlicher Aspekt, der diesen Austausch meiner Meinung nach bereichert, ist, dass wir einander wirklich zuhören. Wir sprechen auch darüber, wie es uns persönlich geht, wie wir uns fühlen und was uns sonst beschäftigt – soweit es in diesem Rahmen angemessen ist.
Ursprung des Prinzips: Dieses Prinzip ist aus meinen persönlichen Erfahrungen mit zahlreichen Vorstellungsgesprächen im Laufe der Jahre und den damit verbundenen Beobachtungen entstanden. Ein Senior Manager in Berlin hat mich darin ebenfalls bestärkt. Dafür bin ich ihm dankbar, denn seine Bestätigung hat meine Überzeugung von diesem Prinzip und davon, es authentisch umzusetzen, weiter gestärkt.
Prinzip 2: Im Vorstellungsgespräch etwas Neues vermitteln
Was hatten einige meiner besten Interviewer gemeinsam? Sie konnten im Gespräch etwas Neues von mir lernen – idealerweise etwas, das mit meiner Rolle oder meinem Fachgebiet zusammenhing.
Persönliches Beispiel
Das habe ich mehr als einmal erlebt: Viele kennen `EXPLAIN` und `ANALYZE`, wenn es darum geht, SQL-Abfragen zu optimieren. Weniger bekannt ist die Option `BUFFERS`, die zusätzliche Einblicke für die Analyse und Optimierung der Abfrageleistung liefert.
Wenn mir im Vorstellungsgespräch eine passende Frage gestellt wurde, habe ich nicht nur darüber gesprochen. Im Anschluss habe ich auch auf meinen Lightning Talk bei der EuRuKo 2024 verwiesen und die zugehörigen Folien geteilt.
Reflexion nach über einem Monat im neuen Unternehmen
- Mein Vorgesetzter sagt auch, dass ich etwas Besonderes einbringe, das die vorhandenen Fähigkeiten im Team ergänzt und bisher noch nicht vertreten war. Er hat das inzwischen mehr als einmal erwähnt, weil ihm auch nach meinem Einstieg immer wieder auffällt, dass ich etwas einbringe, das er als besonders oder anders als das bisher im Team Vorhandene schätzt. Dabei sagt er: „Genau deshalb haben wir uns für dich entschieden.“ Das macht mir bewusst, wie wichtig es ist, dass wir uns im Team gegenseitig dabei unterstützen, uns weiterzuentwickeln, und unsere Fähigkeiten so ergänzen, dass das Team als Ganzes vollständig ist. Kein Wunder also, dass auch bei Sportteams, die Meisterschaften gewinnen – etwa im Fußball, in der NBA oder im Cricket –, die sich ergänzenden Fähigkeiten innerhalb des Teams den entscheidenden Unterschied machen.
- Das macht mir auch noch deutlicher, wie wichtig eine Frage ist, die ich selbst im Vorstellungsgespräch zu stellen versuche: „Wie kann ich die Kultur des Teams bereichern?“ Eine erweiterte Version könnte lauten: „Wie kann ich die Kultur des Teams, der Abteilung und des Unternehmens insgesamt bereichern?“